Ketsch. "Explizit gegen Krebs" - das war das große Motto, unter dem vier Bands die Rheinhallengaststätte für den guten Zweck gerockt haben. Neben der Gastgeberband "Ex-plizit" traten mit "FallINGrace" und "DT+" zwei weitere Lokalmatadoren auf dem seit langer Zeit geplanten Benefizkonzert auf. Zudem kamen mit "Hard Riot" noch Musiker aus der Heilbronner Gegend, um sich an der Aktion, die der Kinderkrebsstiftung "Waldpiraten" zugutekommt, zu beteiligen.
Den Anfang machte "DT+" und wärmte die Menge mit eher punkigem Indie Rock schon mal auf. "Es hat uns Spaß gemacht hier für den guten Zweck zu spielen, obwohl wir musikalisch nicht wirklich in den Rahmen der anderen Bands passen", erzählt Yannick Zipf, Gitarrist der Schwetzinger Band.
Es geht auch eine Spur härter
Denn mit "Hard Riot", die Hardrock im "AC/DC"-Style spielten, wurde es dann eine ganze Spur härter. Die Band rund um den Sänger und Gitarristen Michael Gildner brachte die Menge zum Pogen. Nach dem Auftritt rundeten die vier Musiker aus dem schwäbischen Unterland ihre gelungene Show in einer Zugabe mit einem Cover von "Highway to Hell" ab.
Auch "FallINGrace" lieferte mit feinstem "Melodic Hardrock mit Metal-Elementen", wie Sänger und Gitarrist Christopher Hummels die eigene Musikrichtung beschreibt, ein ordentliches Headbanger-Potenzial.
"Es war eine Wahnsinns Stimmung", zeigte sich Hummels von den Rockern aus Ketsch und Umgebung begeistert. "Für solch eine gute Idee, wie diesem Benefizkonzert, verzichten wir gerne auf die Gage" erzählt der Frontmann der Heidelberger Band. Als letztes brachte die "Headliner"-Band "Ex-plizit" die Menge noch einmal zum kochen. Die Ketscher Band rund um Organisator Tobias Alt trumpfte mit einer gelungenen Mischung aus Metal, Deutschrock und Punk-Elementen auf. Der Auftritt wurde auch von überragenden Gitarrensoli dominiert. Am Ende der brillanten Show hatten die fünf Jungs noch große Neuigkeiten zu verkünden: Die Band geht im nächsten Jahr mit ihrem neuen Album "Neun Millimeter Kerbholz" auf Deutschlandtournee.
Wiederholung in Planung
Dabei bekam Manager Maik Remsing auch noch den ihm gebührenden Applaus. Alt konnte sich nach dem Auftritt den Meinungen seiner Kollegen nur anschließen: "Es herrschte eine extrem mitreißende Stimmung. FallINGrace und Hard Riot waren wie immer hervorragend, aber auch die Nachwuchsband DTplus hat mir sehr gut gefallen", so Alt. Auch sein Bruder Sebastian Alt, selbst ein großer Explizit-Fan, war vom gesamten Abend hell begeistert.
"Das war eines der besten Konzerte, die ich bisher von Ex-plizit gehört habe. Es hat einfach alles zusammengepasst, auch die Licht- und Soundeffekte waren richtig gut gelungen", sagt er. Auch die Akustik der Rheinhallengaststätte war trotz der geringen Größe überraschend gut.
Trotz Teufelshörnern und Headbangen war die Gesamtstatistik hervorragend. Die Rocker aus der Region waren durchweg friedlich, es gab keine Auseinandersetzungen oder Auffälligkeiten, was auch auf die sehr gute Organisation zurückzuführen ist.
Dank auch an die Helferschar
"Dass uns der Abend so gut gelungen ist, haben wir hauptsächlich den vielen freiwilligen Helfern, sei es der Security am Eingang oder den Barkeepern, zu verdanken", so Organisator Tobias Alt im Interview mit unserer Zeitung.
Dank zahlreicher Sponsoren kann nun der gesamte Erlös aus Eintritten und Getränken der rund 160 Besucher dem "Waldpiratencamp" zugeführt werden. Ob das angepeilte Ziel von 2000 Euro erreicht wurde, vermochte Alt noch nicht zu sagen. "Es könnte gerade so hinkommen" sagt er.
"Der Abend war der Wahnsinn"
"Alles in allem war es ein wahnsinniger Abend", freut sich Alt. Das dürfte wohl auch ein Grund dafür sein, dass die Band die Aktion "Explizit gegen Krebs" weiter fortführen will und 2012 bereits eine Neuauflage plant. Diese soll dann noch deutlich größer werden, mit fünf oder sechs verschiedenen Bands. Alt würde sich auch wahre Größen, wie seine Lieblingsbands "Knorkator" oder "JBO", wünschen.
Doch auch der einen oder anderen Nachwuchsband will er wieder die Chance geben aufzutreten, denn jeder hat schließlich einmal klein angefangen. Headbangen und pogen für krebskranke Kinder? - aus einer kleinen Idee ist eine große Aktion geworden!
Schwetzinger Zeitung
29. November 2011